Statement des FaRaFIN zum aktuellen Semester

Liebe FIN-Studierenden,

wir haben heute ein Statement zum aktuellen Semester an die Universitätsleitung geschickt und dafür haben wir auch Unterstützung seitens des FIN-Dekanates erhalten. Wir wollen dieses auch allen anderen zur Verfügung stellen und natürlich somit auch ein Zeichen setzen. Daher seht ihr unten den Text veröffentlicht. Als Anhang haben wir das Statement als PDF hinzugefügt.

Der Text ist mit Argumenten und Aussagen von Studierenden und auch auf Wunsch von Studierenden vom FaRaFIN als studentische Vertretung verfasst worden.

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Statement des FaRaFIN zum aktuellen Semester

Sehr geehrte Damen und Herren der Universitätsleitung,

diese Mail kommt stellvertretend vom Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik (kurz: FaRaFIN) für alle (auch angehenden) Studierenden der Fakultät für Informatik (FIN). Wir erhalten außerdem hierbei die volle Unterstützung durch unser Dekanat. Wir wollen hiermit ein Statement setzen und bitten um Gehör.

Von Universitätsseite wurde sich eine Teilpräsenz für die Einführungswoche und auch für die Lehrveranstaltungszeit gewünscht. Nun kam es bereits während der Einführungswoche vor, dass die Corona-Zahlen stiegen und der Anstieg hat bis heute leider nicht nachgelassen.

Wie über Mundpropaganda und diverse Social-Media-Kanäle nun schon bekannt wurde, gab es unter Studierenden und Mitarbeitenden der Universität einige bestätigte Corona-Fälle. Wie wir auch Dienstag (03.11.) spät abends erfahren haben, gibt es nun auch mehrere Corona-Fälle an der FIN, was uns sehr zum Nachdenken bringt und einer dringenden Lösung bedarf.

Wie sicherlich an allen Fakultäten, gibt es auch an der FIN Studierende, die Risikogruppen angehören. Diese und natürlich auch alle anderen Studierenden sind gerade absolut nicht begeistert davon, dass sie für Lehrveranstaltungen (egal welcher Art) teilweise mehr als eine halbe Stunde Anfahrt (mit Bahn, Bus, Zug, …) vor sich haben und sich einem Risiko aussetzen müssen, nur um an einer Lehrveranstaltung teilzunehmen. Hybrid-Semester bedeutet, dass man zwischen zuhause und Universität (u.U. mehrfach am Tag) hin- und herpendeln müsste. Das bringt für einige Studierende mit sich, dass sie längere Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein müssen. Sollten eine Online- und eine Präsenz-Lehrveranstaltung direkt hintereinander liegen, muss die Online-Lehrveranstaltung in der Universität geschaut werden, da man zwischen Lehrveranstaltungen nicht rechtzeitig nachhause oder zur Universität kommt. Das wirkt der geforderten Kontaktreduzierung entgegen, da die Studierenden auf die bereits eh schon geringen Platzkapazitäten der Universität ausweichen müssen und so eine teilweise Überfüllung der Räumlichkeiten entstehen kann.
Auch gibt es Lehrveranstaltungen, die eine Pflicht-Präsenz voraussetzen, was unserer Meinung nach nicht vertretbar ist! Schon gar nicht in Anbetracht der Tatsache, dass die Corona-Fälle an der Universität weiter steigen. Wir hoffen natürlich, dass die betroffenen Studierenden die Information an ihre Dozierenden weitergeben, damit Maßnahmen für die betreffenden Lehrveranstaltungen getroffen werden können. Aber auch hier stellen sich einige die Frage, wie ehrlich manche dabei sind und ob jede*r den entsprechenden Dozierenden Bescheid gibt.
Vor allem Risikogruppen, aber auch alle anderen Studierenden, wünschen sich, etwas mehr geschützt zu werden. Und eine verpflichtende Präsenzteilnahme, um ein Modul abzuschließen, macht das Ganze für alle nicht einfacher.

Die Corona-Zahlen in Magdeburg und Umgebung, sowie generell Sachsen-Anhalt, und auch die neuen Regelungen zu Ausgangssperren und anderen Maßnahmen sollten an unserer Universität unserer Meinung nach nicht ungeachtet bleiben! Natürlich hieß es nicht, dass Bildungseinrichtungen schließen müssen. Aber wir bitten dennoch darum, einmal über den Umstieg auf ein komplettes Online-Semester nachzudenken.
Die E-Mail an die Studierenden und Mitarbeitenden mit den neuen Informationen und Regelungen, die ab kommenden Montag (09.11.) gelten sollen, haben auch wir gelesen. In diese Mail kann leider viel hinein-interpretiert werden. Auch der Beitrag auf Instagram, in dem der Satz stand “Die Entscheidung liegt beim Lehrpersonal.”, ist interpretierbar. Es klingt eher wie eine Empfehlung zum Umstieg auf Online-Lehre. Auch die Öffnung der Mensen für den Verzehr vor Ort hat uns verwundert. Gerade dort gilt die Maskenpflicht schließlich nur bedingt und es ist ein geschlossener Raum. Hier kommen wieder viele Fragezeichen bei den Studierenden auf.

Auch ist die Belastung des dauerhaften Tragens einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) während einer Präsenzveranstaltung nicht zu übersehen. Die Konzentration, Aufnahme- und Lernfähigkeit ist wesentlich geringer. Auch das Nichttragen der MNB einiger Dozierenden sorgt dafür, dass Studierende nicht einsehen bzw. verstehen, warum sie dann eine tragen müssen, und natürlich steigt die Angst der Ansteckung(-sgefahr).

Generell ist das Tragen einer MNB in allen Gebäuden der Universität ein leidiges Thema, denn selbst Mitarbeitende der Universität halten sich zum Teil nicht daran und laufen ohne MNB durch die Gebäude.
Auch die Maskenpflicht auf dem Mensavorplatz, Bibliotheksvorplatz und der Denhardt-Straße (Wegführung von Campus Service Center bis zum Gebäude 22) wurde bisher nur teilweise bis gar nicht berücksichtigt.

Der FaRaFIN möchte sich stellvertretend für alle Studierenden der FIN an Sie wenden und darum bitten,

  • dass die Universität für alle Lehrveranstaltungen aller Fakultäten die Möglichkeit schafft, diese online stattfinden zu lassen.
  • dass alle Studierenden die Möglichkeit erhalten, ihre belegten Module über eine Online-Teilnahme abzuschließen.
  • die Einhaltung der Hygienemaßnahmen strenger zu überwachen bzw. einzuhalten, um einen Basisbetrieb auch für alle Mitarbeitenden gewährleisten zu können.

Natürlich gibt es an anderen Fakultäten bspw. Laborpraktika o.Ä., welche universitätsweit / fakultätsübergreifend belegbar und nur in Präsenz ableistbar sind. Für diese kann eine Ausnahme gemacht werden. Allerdings sollten die Hygienemaßnahmen dabei äußerst streng beachtet werden.
Die Umstellung auf Online-Lehre sollte unserer Meinung nach aufgrund der oben geschilderten Punkte nicht nur für den Zeitraum des Lockdowns im November gelten, sondern für das gesamte Wintersemester 2020/2021!

Bitte denken Sie an alle Studierenden und Mitarbeitenden Ihrer Universität und lassen Sie uns gemeinsam den Schutz aller gewährleisten! Wir stehen für Unterstützung gerne zur Verfügung!

Ein zweites kleineres Anliegen ist die Immatrikulation neuer Studierenden. Die Immatrikulation ist noch immer im Gange. Teilweise fragen die Bewerber*innen bei der Universität nach, wie der Status ihrer Bewerbung ist und erhalten keinerlei Antwort. Auch hier bitten wir um eine bessere Kommunikation und Transparenz nach außen!
Auch sollten die Immatrikulationen nicht mehr zu lange anhalten, denn je später die angehenden Studierenden immatrikuliert werden, desto mehr ist vom Semester schon vergangen. Lehrveranstaltungen können dann leider nicht mehr belegt und abgeschlossen werden und das sorgt, wie leider letztes Semester auch schon, für ein 0 CP Semester für Erstsemester - egal ob Bachelor oder Master! Auch ist die Belegung und Anmeldung zu vielen Lehrveranstaltungen schon geschlossen.
Die späte Immatrikulation kann zumindest durch Online-Lehre etwas abgemildert werden. Insbesondere bei asynchronen, aber auch bei synchronen Lehrveranstaltungen, zu denen Folien und (Video-)Materialien, z.B. in Form von Aufzeichnungen, hochgeladen werden, ist eine Nacharbeitung viel besser möglich. Dies ist ein weiterer Grund mehr, um über ein Online-Semester nachzudenken und allen Studierenden die gleichen Chancen zu bieten.

Wir hoffen inständig, dass unsere Mail Gehör findet und freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen,
Lydia Munick
Janine Zöllner
Tim Jered Härtel
Aamir Shakir
Kilian Pößel
Tom Messerschmidt
Anne Porath
Moritz Marquardt
Tobias Ehlert
Benny Heine
Ramanpreet Kaur
Christian Lucht
Marie Bofferding
Lucas Kleeblatt
Lukas Bolle
Lukas Petermann
und das Dekanat der FIN
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